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Angina – wenn Halsschmerzen mehr als nur ein Erkältungssymptom sind

5 min
Angina – wenn Halsschmerzen mehr als nur ein Erkältungssymptom sind

Unsere Atemwege sind das ganze Jahr über anfällig für verschiedene Infektionen. Ein entzündeter und brennender Hals ist ein häufiges Symptom, das meist auf eine Erkältung hindeutet. Doch Vorsicht – Halsschmerzen können auch ein Anzeichen einer Angina sein.

Die Angina ist eine ansteckende Erkrankung, deren charakteristischstes Merkmal eine akute Entzündung der Gaumenmandeln im Rachen ist. Sie kann sowohl durch Viren als auch durch Bakterien verursacht werden. Die bakterielle Angina, auch eitrige Angina genannt, wird in den meisten Fällen durch das Bakterium Streptococcus pyogenes verursacht. Sie tritt häufiger bei Kindern auf und ist für 20 bis 40 % aller akuten Rachenentzündungen verantwortlich. Bei Erwachsenen ist sie dagegen die Ursache von etwa 5 bis 15 % der akuten Rachenentzündungen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es entscheidend, zwischen einer viralen und einer bakteriellen Angina zu unterscheiden. (1, 2)

Wird eine Angina durch Viren oder Bakterien verursacht?

Die folgende Tabelle zeigt die typischen Symptome und Anzeichen, anhand derer sich eine virale von einer bakteriellen Angina unterscheiden lässt.

Tabelle: Symptome und Anzeichen einer viralen und einer bakteriellen Angina(2)

Symptom oder AnzeichenVirale AnginaBakterielle Angina
Schmerzen beim Schlucken✓✓
Geröteter Rachen✓✓
Gerötete und vergrößerte Mandeln✓✓
Weiße Beläge oder eitrige Stippchen auf den Mandelnx✓
Grauweißer Belag auf der Zungex✓
Schüttelfrostx✓
Fieberx✓
Husten✓x
Laufende oder verstopfte Nase✓x
Wussten Sie schon?

Das Bakterium Streptococcus pyogenes der Gruppe A, der häufigste Erreger einer eitrigen Angina, kann ausschließlich im Menschen leben und sich vermehren. (4)

Wie wird eine Angina behandelt?

Bei Fieber (> 38 °C), starken Halsschmerzen, Atembeschwerden, weißen Belägen auf den Mandeln und vergrößerten Lymphknoten am Hals (3) sollte ein Arzt aufgesucht werden. Anhand eines Rachenabstrichs mit einem Streptokokken-Schnelltest sowie einer Blutuntersuchung kann der Arzt feststellen, ob eine bakterielle Angina vorliegt, und bei Bedarf ein Antibiotikum verordnen. Eine Antibiotikatherapie verhindert die Ausbreitung der Infektion auf das Mittelohr, die Nasennebenhöhlen, die Lunge oder die Herzklappen und schützt vor schwerwiegenden Komplikationen. Bereits nach wenigen Tagen Antibiotikaeinnahme bessern sich die Beschwerden einer bakteriellen Angina meist deutlich. Dennoch ist es wichtig, das Antibiotikum über den gesamten verordneten Zeitraum ohne Unterbrechung einzunehmen. Nur so lassen sich Rückfälle sowie die Entstehung und Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien verhindern.(2)

Wussten Sie schon?

Nach einer überstandenen Angina entwickelt sich keine Immunität. Daher kann man mehrmals an einer Angina erkranken. (2)

Eine virale Angina dauert in der Regel drei bis sieben Tage. Häufige Begleitsymptome sind leichter Husten, eine verstopfte Nase und Heiserkeit.(2) Da Antibiotika gegen Viren nicht wirksam sind, können die Beschwerden mit Lutschtabletten oder einem Spray gegen Halsschmerzen (z. B. Septolete) oder einem Nasenspray (z. B. Septanasal) gelindert werden. Besonders wichtig sind außerdem ausreichend Ruhe und eine hohe Flüssigkeitszufuhr.

Literatur

  1. Singh H, Bhatt A, Kumar M, Deshmukh P. Tonsillitis and Sinusitis: A Narrative Review of Pathogenesis, Diagnosis, and Management. Cureus. 2023 Oct 17;15(10):e47192. doi: 10.7759/cureus.47192. PMID: 38021555; PMCID: PMC10652663.
  2. NIJZ: Streptokokno vnetje žrela (streptokokna angina, faringitis ali tonzilitis) [citirano 31. 1. 2025]. Dostopno na https://nijz.si/nalezljive-bolezni/nalezljive-bolezni-od-a-do-z/streptokokno-vnetje-zrela-streptokokna-angina-faringitis-ali-tonzilitis/.
  3. Mayo Clinic: Tonsillitis [citirano 31. 1. 2025]. Dostopno na https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/tonsillitis/symptoms-causes/syc-20378479.
  4. Wilkening RV, Federle MJ. Evolutionary Constraints Shaping Streptococcus pyogenes-Host Interactions. Trends Microbiol. 2017 Jul;25(7):562-572. doi: 10.1016/j.tim.2017.01.007. Epub 2017 Feb 16. PMID: 28216292; PMCID: PMC5474166.

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